Hilfsgütertransport
Di, 16. bis Sa, 20.12.2025
nach Schässburg, Rumänien

von Jürgen Uhl und Wolfgang Schultz

Reisebericht

Kurz vor Weihnachten bekamen wir die Möglichkeit, eine komplette Schuleinrichtung mit ca. 120 Tischen und etwa 240 Stühlen nach Schässburg in Rumänien zu bringen. Mit weiteren ca. 500 kg Lebensmittel wurden einige Löcher gestopft, danach war der Lkw gefüllt. Die Fahrt begann am Dienstagmorgen, den 16.12.2025, im Schwarzwald.

Den ersten Abschnitt schafften wir wie geplant durch Österreich bis nach Budapest, nach einer guten Nacht ging es weiter und gegen Mittag erreichten wir die rumänische Grenze. Da Rumänien zur EU gehört, konnten wir die offene Grenze ohne Probleme passieren. Danach ging die Fahrt weiter durch die endlose Weite der Walachei, bis wir gegen Nachmittag zu den Karpaten kamen, die wir zum Teil durchfahren mussten. Ab hier wurden die Straßen enger, kurviger, steiler und durch viele Schlaglöcher, teilweise Pferdefuhrwerke und vielen Verkehr deutlich anspruchsvoller, dennoch kamen wir recht gut voran und konnten Land und Leute in den typischen kleinen verarmten Häusern sehen, sowie auf den Feldern immer wieder kleine Wohnwagen oder Blechhütten, in denen ganze Familien lebten. Am Abend gegen 21:00 Uhr kamen wir an unserem Zielort Schässburg an (rumänisch: Sighișoara). Die Stadt wurde um das 12 Jahrhundert von deutschen Siedlern erbaut und 1999 aufgrund seines einzigartigen historischen Zentrums zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Am nächsten Morgen wurde unser Auflieger von ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Partnerorganisation abgeladen, eine engagierte Baptisten-Gemeinde des Ortes, die sich um Kinder von Roma-Familien in den Bergen, um ukrainische Flüchtlinge mit deren Kindern, aber auch um die Armen im Dorf und im Umkreis kümmert. Durch die stark gestiegenen Lebensmittelkosten, die nur wenig unter unserem deutschen Niveau liegen, und die sehr geringen Löhne, ist die Armut in den letzten Jahren in Rumänien sehr stark angestiegen. Dazu kommt der wachsende Konsum von Drogen, vor allem bei der Jugend.

Unsere Schulmöbel werden an mehrere Schulen verteilt, die dringlich darauf gewartet haben; die Dankbarkeit und Freude unter den Lehrern und Kindern war bereits jetzt schon sehr groß. Hier kommt der Satz, dass Bildung der erste Schritt aus der Armutsfalle ist, voll zur Geltung. Mit viel Geduld bekommen viele Roma (Kinder wie Eltern) zunächst Schulungen zu Hygiene, Gesundheit und Sauberkeit, um Krankheiten zu vermeiden. Die wenigen Lebensmittel, die wir dabei hatten, fanden sehr dankbare Empfänger.

Am Mittag konnten wir uns mit vielen guten Eindrücken wieder auf den Rückweg machen und sind sehr dankbar, in der leider steigenden Not Hoffnung und Hilfe bringen zu können. Auf dem Rückweg wurden wir von Stefan angerufen und gebeten, noch 33 Paletten (Spenden) aus der Nähe von Leipzig als Rückfracht mitzubringen; was für uns ein zusätzlicher Tag war, ersparte Hoffnung und Hilfe schnell mal 800 km Reiseweg und einen Fahrer für 2 Tage. Zufrieden und müde kamen wir am Freitagabend mit 16 t Lebensmittel in der Heimat an. Es war eine gute und gesegnete Zeit, die wir hatten, und die uns wieder einmal die Augen geöffnet hat, um für unser friedliches Leben in Deutschland im Überfluss dankbar zu sein.

Die Fahrer Wolfgang und Jürgen